Ausstellungen

Bettina Hauke: Anderswelten

Malerei/Collage, 2. Februar – 16. Juni 2017

„Urd schläft …“, 2011, Mischtechnik: Collage, Öl, Lack, Acryl (Teil eines Triptychons) ▪ Bild: Bettina Hauke

Ob Malerei, Installation, Objekt oder auch Fotografie – in Haukes Arbeiten kann der Betrachter in Phantasiewelten eintauchen. Die Natur ist allgegenwärtig: Blumen, Bäume und Wurzeln, Efeuranken und Blätter bilden die eigentümlichen Landschaften und Räume. Die Tiere und Menschen wirken entrückt und wie Figuren aus Märchenwelten. Fast immer scheinen die Subjekte entfremdet und auf der Suche nach Etwas. Ein Dialog findet, wenn überhaupt nur indirekt mit der Umwelt oder zwischen Mensch und Tier statt. Der Andere wird vergeblich gesucht.

Ein unkonventioneller Mix aus Collage und Ölmalerei – es sind dicke Lackflecken zu finden ebenso wie Fragmente aus Büchern und Servietten – zeichnet ihre Arbeiten aus. Die Mischtechnik, stets farbenprächtig, teils grell, bildet so einen Kontrast zu den eher melancholischen Inhalten und Anderswelten.

Der Baum ist in ihren Arbeiten zentrales Symbol. „Die Künstlerin hat den Mythos nicht illustriert, sondern das Baummotiv auf vielfältige Weise variiert und dabei die Medien gemischt. Die Malerei scheint zu dominieren, aber fotografische Elemente und Fundstücke aus Papier befremden und verfremden den malerischen Eindruck. So vollzieht sich in den Bildern ein unaufhörlicher Veränderungs­prozess, obwohl viele Details benennbar scheinen. Es gelingt Hauke, selbst die fotografischen Elemente in den Bildern so zu verwandeln, dass sie zuweilen als malerische Formen angesehen werden.“ (Zitat Dr. J. Weichardt).

Baumwelten/Weltenbäume

Nachdem die Asen den Ur-Riesen Ymir getötet haben, schaffen sie, dem Mythos nach, aus seinem Leichnam alle existierenden Dinge. Die Weltesche Yggdrasil ist der erste Baum, den sie pflanzen. Er ist der größte und prächtigste Baum der Erdengeschichte. Seine Zweige überschatten die neun Welten und wachsen über den Himmel. Auf der Spitze befindet sich ein Adler ohne Namen. Zwischen den Augen des Adlers sitzt ein Habicht, der Vedrfölnir genannt wird.

Yggdrasil hat drei große Wurzeln, von denen eine nach Jötunheim, dem Land der Riesen, wächst, wo sich auch Mimirs Brunnen befindet. Die andere Wurzel führt in das nebelige Niflheim nahe der Quelle Hvergelmir, wo der Neid-Drache Nidhogg (Nidhöggr) an ihr nagt. Die dritte Wurzel findet sich in der Nähe von Asgard. Das Eichhörnchen Ratatöskr klettert immer zwischen Baumspitze und Wurzeln hin und her und verbreitet dabei üble Nachrede vom Adler bis zum Neiddrachen. Vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathror fressen die Knospen der Weltenesche ab. Die zwei Schlangen Goin und Moin, die von Grafwitnir (Grabeswolf) abstammen, nagen an den Wurzeln von Yggdrasil.

Unter den Zweigen Yggdrasils halten die Götter Gericht. Am Fuße Yggdrasils findet sich die Quelle der Urd, an der die drei Nornen ihren Sitz haben, die drei Schicksalsgöttinnen Urd, Werdandi und Skuld, die das Schicksal der Menschen und Götter weben, wobei Urd für die Vergangenheit, Werdandi für die Gegenwart und Skuld für die Zukunft steht. Wenn Yggdrasil zu beben (oder zu welken) beginnt, naht das Weltenende Ragnarök.

Zur Künstlerin

Bettina Hauke
1968
Geboren in Duisburg
1991 – 1993
Studium Germanistik, Politikwissenschaft, Kunst, Anglistik in Oldenburg
1994
Kunsttherapie in Ottersberg
1995
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Bremen
2002
Diplomprüfung
2003
Meisterprüfung
seit 2014
Studium Erziehungswissenschaften/Pädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Ausstellungen (Auswahl)

1999
Einzelausstellung im VW Werk Wolfsburg
2000
Städt. Museum Gelsenkirchen, Ausstellungsteilnahme zum Karl-Schwesig-Preis für Malerei
kjubh, Kunstverein Köln, small SIZE mixed
2001
10 Jahre Weserburg, Bremen
2007
Elbart, Kunst im Alten Elbtunnel, Hamburg
2010
November, Ausstellung im Pressehaus der NWZ Oldenburg Galerie im Foyer
2011
Wettbewerb „Nimm dir das Leben – Lebe!“ OLB, Oldenburg
2016
Ausstellung Hermann-Bonnus-Haus Osnabrück

In Kooperation mit der BBK Bezirksgruppe Oldenburg im Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e. V.

Diese Ausstellung wird gefördert durch den Freundeskreis Bildende Kunst Oldenburg e. V.